Hyperhidrose

Der Mensch besitzt ungefähr drei Millionen Schweissdrüsen über den ganzen Körper verteilt. Davon sind nur etwa 5% aktiv, was das enorme Potenzial veranschaulicht. Bei normaler Schwitzneigung (Normhydrose) von circa 0,5 bis 1 ml pro Minute resultiert eine Schweissproduktion von 1 bis 2 Litern pro Tag. Schwitzen ist eine lebensnotwendige Körperfunktion und dient vor allem dazu, die Körpertemperatur konstant zu halten.

Die Temperatur des Körpers wird neben der Schweissproduktion auch durch Hormone, die Atmung und durch unterschiedliche Weitstellung der Gefässe reguliert. Die Menge der Schweissdrüsen variiert von Körperstelle zu Körperstelle erheblich. Die Handflächen und Fusssohlen weisen mit circa 600 Schweissdrüsen pro Quadratzentimeter die höchste Dichte auf. Danach folgen die in Achselhöhlen, die Stirne und der Stamm mit 100/cm2. Am spärlichsten sine Schweissdrüsen an den Extremitäten zu finden.

Der Übergang vom natürlichen Schwitzen zur Aufrechterhaltung einer konstanten Körpertemperatur zum krankhaften Schwitzen ist fliessend. Häufig sind auch individuelle, psychologische Faktoren mitentscheidend, ab welchem Zeitpunkt Schwitzen als übermässig und damit störend empfunden wird. Aufgrund dieser Faktoren ist eine exakte Definition des übermässigen Schwitzens nur schwer zu finden. Ungefähr 1 bis 2 % der Gesamtbevölkerung leidet an einer Hyperhidrose.

In einem ersten Schritt geht es darum, eine primäre von einer sekundären Hyperhidrose zu unterscheiden. Dies gelingt in den allermeisten Fällen bereits durch ein gezieltes Arztgespräch. Liegt eine sekundäre Form vor, so muss nach entsprechender Abklärung die Grunderkrankung behoben werden. In einigen Fällen muss zusätzlich eine medikamentöse Therapie zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden.

Primäre Hyperhidrose

Bei der sogenannten fokalen oder emotionalen, primären Hyperhidrose liegt die übermässige Schweisssekretion vornehmlich axillär und/oder an Hand- und Fussflächen vor sowie seltener an der Stirne. Das Leiden beginnt meist nach der Pubertät und kann vererbt sein. Neben der möglichen sozialen Isolierung können Folgeerkrankungen auftreten wie z.B. Warzen, Fusspilz oder andere Hauterkrankungen (Keratoma sulcatum u.a.m.). Deshalb sollte die Problematik nicht bagatellisiert sondern als echte Erkrankung angesehen und behandelt werden.

Sekundäre Hyperhidrose

Während emotionale Faktoren meist der Grund für die fokale Hyperhidrose sind, liegt bei der sekundären Hyperhidrose häufig eine innere Erkrankung vor. Hierbei können sowohl Stoffwechsel-Erkrankungen wie Blutzucker-Erkrankung, Überfunktion der Schilddrüse sowie neurologische Erkrankungen oder aber Infektionen und in seltenen Fällen auch Krebserkrankungen zu Grunde liegen.

Axilläre Hyperhidrose

Zunächst sollten zwingend allgemeine Massnahmen durchgeführt werden, da diese sehr häufig bereits einen guten Therapieeffekt zeigen. Dazu gehören häufiges Waschen der hyperhidrotischen Arealen und Deodorants. Zudem empfiehlt es sich, tägliche Wechsel die Kleidung zu wechseln und möglichst Baumwollstoffe zu tragen.Nächster Schritt ist die Verschreibung von aluminiumhaltigen Antitranspiranzien. Dabei gilt zu beachten, dass diese streng abendlich aufgetragen werden, um über Nacht einwirken zu können. Führen diese Massnahmen nicht den gewünschten Erfolg, sollte eine Behandlung mit Botulinumtoxin geprüft werden. Eine dauerhafte Lösung wird durch chirurgische Massnahmen erzielt, wobei hier der Nachteil der Narbenbildung besteht.

Palmoplantare Hyperhidrose

Grundsätzlich sollten nur Socken aus Baumwolle oder Wolle und keine Schuhe mit Holz- oder Gummisohlen getragen werden. Am Besten eignen sich Lederschuhe. Täglicher Socken- und Schuhwechsel ist zwingend. Zudem bewährt sind gerbende Fussbäder in Kombination mit Schuhpuder. Führen diese Massnahmen nicht zum Ziel, ist eine Iontophorese angezeigt.Zeigt diese Therapie nicht den gewünschten Erfolg, sollte eine Behandlung mit Botulinumtoxin geprüft werden. Als letzte Möglichkeit kann eine thorakoskopische Sympathektomie in Betracht gezogen werden. Diese Methode eignet sich nur bei palmarer Hyperhidrose und hat den gravierenden Nachteil, dass es bei einer Vielzahl der operierten Patienten zu einem sogenannten kompensatorischen Schwitzen kommt.

Seltenere Formen (Stirne)

Schwitzen im Gesicht kann äusserst unangenehm sein. Eine Behandlung mit Botulinum kann eine aussergewöhnlich hohe Verbesserung der Lebensqualität bringen. Wichtig ist, dass die Injektionen am richtigen Ort gesetzt werden, um störende mimische Interaktionen zu vermeiden. Kreyden Hyperhidrose hat eine sehr grosse und insbesondere langjährige Erfahrung in der Botulinum-Behandlung von etwas selteneren Hyperhidrose-Indikationen.

Generalisierte Hyperhidrose

Beim sogenannten konstitutionellen Schwitzen, also der generalisierten Hyperhidrose ohne erkennbare Ursache, kommen in erster Linie allgemeine Massnahmen zur Anwendung. Dazu zählen Gewichtsabnahme, Sport, Ernährungsberatung und das Tragen von adäquater Kleidung.Ist ein zweiter Schritt angezeigt, kann das vegetative Nervensystem mittels hochdosierter Betablockern beruhigt werden. Zudem können mit einer anticholinergen medikamentösen Therapie drohende Schwitzattacken relativ gut und effizient aufgefangen werden. Diese Behandlung kann auch mit einer Botulinum-Therapie im Bereich der störendsten Zonen

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Praxis Methininserhof
Dr. med. Oliver Ph. Kreyden, Dermatologie FMH